EIN TRAGENDES FUNDAMENT SCHAFFEN

Das Leben als Priester stellt auf vielen Ebenen hohe Anforderungen an die Person. Doch es sind keine Supermänner gefragt. Vielmehr solche, die auf der Grundlage einer lebendigen, persönlichen Gottesbeziehung menschliche Reife, Persönlichkeit und vielfältige soziale Kompetenzen entwickeln wollen. Männer, die bereit sind, sich mit Ausdauer zu engagieren, die eigene Person in den Blick zu nehmen, und die mit offenen Augen und Lernbereitschaft durchs Leben gehen.

Auf dieser Basis hat die achtjährige Priesterausbildung vier Dimensionen:

Persönlichkeitsbildung
In der Ausbildung der Priesterkandidaten geht es wesentlich um die Entwicklung von menschlicher Reife, einer stabilen Identität sowie sozialer Kompetenzen. Es gilt, Potenziale und Grenzen in den Blick zu nehmen, ebenso wie eigene Belastbarkeit und Einsatzbereitschaft. Regelmäßige Reflexionsgespräche und Feedback, das Leben in Gemeinschaft und die gezielte Stärkung der Teamfähigkeit sind Elemente, die hierzu einen wichtigen Beitrag leisten. Ebenso wie die Unterstützung durch geistliche Begleiter und Psychologen.

Spirituelle Bildung
Gott als Lebensmitte. Alltag und Arbeit eines Priesters basieren auf der persönlichen Beziehung und Liebe zu Gott. Diese muss wachsen, sich entfalten und ihren je eigenen Ausdruck finden.
Die Schule des Betens, das persönliche und gemeinsame Gebet, Gottesdienste und liturgische Feiern sowie jährliche Exerzitien bilden den Rahmen für das spirituelle Wachsen und sind zugleich dessen Grundlage. Einführungen in die geistlichen Traditionen der katholischen Kirche ermöglichen einen Einblick in die reiche Ausdrucksvielfalt spirituellen Lebens.

Theologische Bildung
Die ersten fünf Jahre der Priesterausbildung sind stark vom Theologiestudium geprägt, das vorrangig an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster stattfindet. Hier erwirbt der Student umfassende wissenschaftliche und theologische Grundlagen für sein Leben und seinen Dienst als Priester.

Pastorale und praktische Ausbildung
Seelsorge lernt man nicht vom grünen Tisch aus. Während des Studiums sind deshalb Praktika in Gemeinden und sozialen Einrichtungen integraler Bestandteil der Priesterausbildung. Einen besonderen Schwerpunkt setzt in diesem Bereich der zweieinhalbjährige Pastoralkurs im Anschluss an das Studium, der zu einem hohen Anteil aus Gemeindeeinsatz besteht.